Frankfurt - Day to Day

Der Archivar städtischen Lebens

 

Die Entwicklungen urbanen Alltags in den letzten 10 Jahren werden in der Fotoausstellung „Städtisches Leben in Frankfurt am Main“ dokumentiert. Die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Realität in Europa ist heute von Umstrukturierungsprozessen geprägt, die sich in dem Zerfall von Ortsbeständigkeit und in der Verflüchtigung sozialer Beziehungen manifestiert. Gerade Frankfurt am Main – mit Begriffen wie Mainhatten bedacht – kann als Beispiel einer Finanzmetropole dienen, die sich durch Flexibilität und einen kontinuierlichen Austausch ihrer Bevölkerung auszeichnet. Als Transitstadt hat sie die höchste Migrationsquote in Deutschland und steht modellhaft für eine Dezentralisierung urbaner Strukturen. Doch wie leben die Menschen in dieser Stadt, die bei Umfragen nach internationaler Bekanntheit regelmäßig genannt wird. Hat sich diese Entwicklung auch im Stadtbild niedergeschlagen? Spiegelt sich der Stellenwert der Stadt im Konzert der Global Players auch in den Gesichtern der Menschen wider? Gib es neben dem deutlichen Ausdruck ethnischer Vielfalt weitere Zeichen des vielzitierten Umbruchs? Diesen Fragen will Alexander Paul Englert mit etwa 100 aktuellen Arbeiten fotografisch nachspüren, die extra für die Präsentation „Frankfurt am Perlfluss“ erstellt wurden. Sein besonderes Interesse gilt den Menschen, die diese Stadt und ihr Leben prägen – den Kindern, die vor der mächtigen Kulisse von Finanzmacht Fußball spielen, den Jugendlichen, die wie damals ihre Vergnügungen suchen, dem türkischen Fleischhändler ebenso wie den gutgelaunten japanischen office ladys bei ihrer Mittagspause.

 

(Auszug aus einem Text von Leonore Leonardy)